Kefah Ali Deeb liest aus ihren Kolumnen der TAZ und ZEIT online

Am 5.7.2019 organisierte der arabische Frauenverein Nissaa e.V. gemeinsam mit HoR Bautzen und dem Thespis Zentrum Bautzen eine Lesung der Syrerin Kefah Ali Deeb (https://handbookgermany.de/de/about-us/team/kefah-ali-deeb.html). Die momentan in Berlin lebende Künstlerin las Texte aus ihren Kolumnen der TAZ und ZEIT online in arabisch. Conny Natusch sprach die deutschen Übersetzungen. Die Lesung fand im Thespiszentrum statt und war sowohl von syrischen, kurdischen und deutschen Zuhörer*innen gut besucht.

Die Kolumnen zeichnen sich durch eine sehr intensive und poetische Sprache aus. Es wurde aus Zeiten der Haft sowie der Beschreibung von Überlebensstrategien in syrischen Gefängnissen, aber auch des Ankommens in Berlin erzählt. Die Schilderung der Hoffnung farbliche, duftende, tönende Erinnerungen des Heimatlandes in der neuen großen Stadt zu finden, berührten die Zuhörenden tief. In den Pausen kam es zu angeregten Gesprächen zwischen Publikum und Autorin.

Der eher hoffnungslose Schlusstext sorgte unter den deutschen Zuhörer*innen für Irritation, da er die Frage stellte, wohin die von Assad verfolgten Flüchtlinge, nach dem Krieg hin gehen können. Das Assad Regime wird sie nicht oder nur unter weiteren Repressalien zurückkehren lassen. Die Reaktion der syrischen Community bestätigte genau diese Gedanken. Der große Konflikt Demokratie versus Diktatur ist näher als wir es uns vorstellen möchten.

Eine Veranstaltung mit offenem Ausgang und vielen neuen Fragen ist für viele Bautzner und Bautznerinnen noch immer neu, aber kann zum Nachdenken beitragen.